Maschinen

Automatisierte Verpackungskünstler

Von Alexandra Grossmann · 2017

Es gibt kaum etwas, was eine Verpackungsmaschine nicht kann. Ob Polster- oder Füllmaschine, Umreifungs- oder Streckwickel-maschinen, Schrumpf- oder Schweißgeräte, robotergestützte Hochleistungsanlagen sind so raffiniert wie ihre Namen kompliziert. Ein Ausflug in die Welt hoher Ingenieurskunst.

So komplex und vielseitig die vielen Zweige der Verpackungsindustrie sind, so vielgestaltig zeigen sich auch die Produktionsanlagen, die in hohen Stückzahlen die unterschiedlichsten Waren für den Transport und die Weiterverarbeitung vorbereiten. Moderne, automatisierte Verpackungsanlagen sind wahre Meister der Ingenieurskunst; schnell, genau, mit modernsten Sensoren ausgestattet und mit softwaregesteuerter Antriebstechnik versehen. Sie reagieren auf geänderte Anforderungen und sterilisieren heute zum Beispiel Verpackung und Lebensmittel im Voraus, so dass diese nicht mehr erhitzt werden müssen und sparen so Kühlketten, Energie und Material. Eine Verpackungsmaschine ist in der Lage, in einer Minute 2.300 Bonbons einzuwickeln und in einer Stunde 80.000 Flaschen Mineralwasser abzufüllen. 

Nachfrage steigt weiter

Da wir zugleich auch immer mehr und immer vielseitigere Verpackungen brauchen, wächst der Markt kräftig weiter. Deutschland ist einer der wichtigsten Exporteure für Verpackungsanlagen. Sie werden geschätzt für ihre Fähigkeit, hohe Stückzahlen flexibel automatisiert und digitalisiert gemäß Industrie 4.0 verpacken zu können. Im Februar meldete der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) einen Anstieg der Nachfrage im Jahr 2016 für Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen aus dem Inland um fünf, aus dem Ausland um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei wuchs die Nachfrage aus den Euroländern um elf und aus dem übrigen Ausland um vier Prozent. 

Für jede Aufgabe eine Maschine

Fachleute unterscheiden Polster- und Füllmaschinen, die einfach und schnell genau dort Hohlraum erzeugen, wo er benötigt wird. Luftpolstermaschinen füllen sich in ausreichender Menge direkt im Karton, Papierpolstermaschinen sind umweltfreundlich und kosteneffizient. Umreifungsmaschinen oder Streckwickelmaschinen sichern und verschließen Kartons mit Band oder Stretchfolie. Schrumpf- und Schweißgeräte schließlich ummanteln die Ware mit eng anliegender Folie oder verschließen sie in Beuteln. Moderne Anlagen schließen Sortiersysteme und Kennzeichnungstechnologien in zahlreichen Variationen mit ein. Anlagenbauer bieten die Möglichkeit, Produkte mittels Laser, Tinte oder Etikett mit Logos, Text oder Codes zu markieren. So entsprechen die Verpackungen den Anforderungen an Rückverfolgbarkeit. Ethernet-Schnittstellen ermöglichen die Einbindung in die Produktion, die Steuerung erfolgt über moblie Touch-Computer.

Verpackungsmaschinen sparen tatsächlich Verpackungen. Denn die maschinelle Verarbeitung spart durch die Automation nicht nur Zeit - Maschinen arbeiten auch effizienter und helfen so dabei, möglichst viel Material einzusparen und Abfall zu reduzieren. So gibt es zum Beispiel die Idee, PET-Flaschen untereinander mit einer Banderole zu befestigen, anstatt sie wie bisher mit einer Schrumpffolie zu umspannen. So lassen sich 25 Prozent Kunststoff und der Energieverbrauch wird auf ein Zehntel reduziert.