Metallverpackungen

Besser als ihr Ruf

Von Alexandra Grossmann · 2015

Entgegen landläufiger Meinung sind Metalle in der Verpackungsindustrie wenig schädlich für die Umwelt: Über das Recycling sind sie fest im Kreislauf der Wiederverwertung verankert. Ihr Vorteil liegt in der gleichbleibend hohen Qualität innerhalb dieses Kreislaufes.

Metalle in der Verpackungsindustrie sind besser als ihr Image. Denn das Recyclingsystem führt den weitaus größten Teil der verwendeten Metalle, vor allem Weißblech und Aluminium, in den Kreislauf der Wiederverwertung zurück. Diese kann beliebig oft erfolgen – und das ohne Einbußen in der Materialqualität. Bisher ist es gelungen, in Europa rund 63 Prozent der Getränkedosen aus Aluminium und 71 Prozent der Verpackungen aus Weißblech zu recyceln, in Deutschland waren es sogar 82 Prozent der Verpackungen aus Aluminium und 92,5 Prozent aus Weißblech. Dabei machen Metalle nur einen kleinen Teil des Gesamtvolumens der Verpackungen aus: Sie bilden rund 18 Prozent aller Verpackungsmaterialien. Vor allem Getränke- und Konservendosen werden aus Metallen gefertigt, gefolgt von Deckeln bei Glasverpackungen.

Schutz vor Licht und Luft

Metalle besitzen einige Eigenschaften, die gegenüber den anderen Verpackungsmitteln Glas, Papier und Kunststoffen zum Schutz der Produkte erhebliche Vorteile bieten. Zum Beispiel sind sie außerordentlich fest und stabil. Sie besitzen zudem eine hohe Barrierefähigkeit gegen Licht. Insofern sind sie bestens geeignet, um Fruchtsäfte, Öle, Fertiggerichte oder andere Nahrungsmittel zu schützen. Zudem bewahren sie Gerüche und Aromen besonders gut, Tee und Kräuter etwa sind in Aromaschutzdosen gut und sicher aufgehoben und behalten ihren Duft über lange Zeit hinweg. Umgekehrt bewahren Verpackungen aus Metall das Schutzgut vor äußeren Dämpfen und Gasen, die eindringen könnten. Da sie wärmeleitfähig sind, können Produkte in Metallverpackungen vorsichtig erwärmt oder gekühlt werden, ohne dass der Inhalt gefährdet würde.
Nachteile hingegen gibt es wenige: Nennenswert sind die Risiken der Korrosion und des Rosts, sodass häufig zusätzlich eine Beschichtung oder isolierende Lackierung der Metalle nötig ist.

Leichter und leichter

Vor allem Getränkedosen werden von Verbrauchern als negativ im Sinne der Nachhaltigkeit wahrgenommen. Hier hat sich aber nicht nur durch das verbesserte Recycling in den vergangenen Jahren viel getan: Zwar erfordert deren Herstellung, besonders bei dem Wertstoff Aluminium, einen hohen Einsatz von Energie. Doch umgekehrt schonen Dosen aus dem Recycling den Aufwand: Bei der Herstellung von Stahl aus Dosenschrott sinkt der Energieaufwand um 75 Prozent, der Ausstoß von co2sogar um 80 Prozent.
Verbesserungen gab es auch beim Gewicht: Eine 500-ml-Getränkedose aus Weißblech wiegt heute nur noch etwa halb so viel wie 1970. Und die übliche Lebensmitteldose für 425 ml Inhalt ist in den vergangenen zehn Jahren um rund sechs Prozent leichter geworden – dies entspricht einer Reduktion der co2-Emissionen von 30 Prozent. Die Einsparungen am Gewicht haben einen weiteren positiven Aspekt: Das Transportgewicht wird gesenkt, es entstehen weniger Schafstoffe, Energie- sowie Raumverlust sind niedriger.