Lebensmittelsicherheit

Der unterschätzte Alleskönner

Von Lena Winther · 2014

Aluminium wird nahezu zu 100 Prozent recycelt.

Die gute, alte Lebensmitteldose gilt als Verpackungsstoff nicht unbedingt als schick. Dabei verfügt sie über eine einzigartige Barrierefunktion. Sie hält die Ware lange frisch und ist in puncto Lebensmittelsicherheit ein absoluter Gewinner. Zusätzlich wird sie immer leichter und lässt sich auch noch gut wiederverwerten.

Sie gilt nicht unbedingt als die attraktivste Verpackung, aber sie ist auf vielen Gebieten nicht zu schlagen: die Dose. Insbesondere im Bereich Lebensmittelsicherheit ist sie ganz oben – das war schon zu Großmutters Zeiten bekannt, aber über die Jahrzehnte hat die Industrie an der Lebensmitteldose gefeilt, um sie noch effizienter zu machen. Noch vor 30 Jahren wog sie zum Beispiel etwa 25 Prozent mehr als heute. Die Getränkedose aus Weißblech bringt nur noch 16 Gramm auf die Waage, während sie vor rund 20 Jahren noch fast das Doppelte wog. In der Optik sind Getränkedosen heute angenehmer, geschmeidiger in der Oberfläche und schlanker in der Form. Bei den traditionellen Konservendosen haben sich zudem auch die Verschlüsse geändert. Lebensmittelhersteller machen die Dosen noch einfacher zugänglich, sodass der Deckel ohne Dosenöffner entfernt werden kann. Die bisherigen sogenannten „Ringpull“-Verschlüsse werden heute zumeist ersetzt durch die „Peel“-Deckel, die sich ganz einfach abziehen lassen.

Die Barrierefunktion der Dose ist unschlagbar

Das macht die gute, alte Konservenbüchse zu einem modernen Verpackungsstoff, der auch in Sachen Convenience punktet. Lebensmittel – egal ob Cola, Gemüsemais oder Nudelsuppe – werden in der Dose hermetisch versiegelt und sind keinerlei Fremdeinwirkung ausgesetzt. Weder Licht, noch Luft oder Bakterien haben Einfluss auf das Produkt. Hinzu kommt, dass die Ware ganz ohne Zutun von Konservierungsstoffen ihre Qualität erhält. Und das bis zu drei Jahre lang: So viel beträgt nämlich die Haltbarkeitsdauer der Lebensmitteldose. Hier schlägt sie deutlich die Kunststoffverpackung, die sich aufgrund ihrer Permeabilität nicht für lange Haltbarkeitszeiten eignet.

Auf Vorrat oder zum Sofortverzehr

Speziell in Ein-Personen-Haushalten ist sie populär: Der berufstätige Single kommt nicht immer zum Kochen und möchte die Möglichkeit haben, Lebensmittel dann zu konsumieren, wenn er es möchte – und nicht wenn er aus Gründen der Verderblichkeit dazu gezwungen ist, sie aufzubrauchen. Die Wegwerfquote von Nahrungsmitteln, die eigentlich noch einwandfrei sind, ist hoch. Nicht so bei der Dose. Der Grund: Im Vergleich zu anderen Verpackungen stehen Lebensmitteldosen für Beständigkeit, werden vom Verbraucher auf Vorrat gekauft und bei Bedarf auch wirklich restlos geleert. Oder sie werden, wie im Fall der Getränkedose aus Aluminium, gezielt und zum sofortigen Verzehr gekauft. So geht der völlig entleerte Verpackungsstoff in den Müll. Mit einer Recyclingrate von annähernd 100 Prozent liegt Aluminium ganz weit vorn vor allen anderen Verpackungsmaterialien. Die „Büchse“ hat es also in sich. Wer also glaubt, Essen aus der Dose sei qualitativ minderwertig, der sei korrigiert: Produkte aus der Konserve werden nicht nur frisch abgefüllt – sie bleiben auch länger frisch als jede andere Lebensmittelverpackung.