Anzeige

Interview

„Einweg schont Ressourcen, den Rücken und vermeidet gleichzeitig Abfall“

Von BGVZ Bund Getränkeverpackungen der Zukunft GbR · 2016

Der Wertstoffkreislauf ist ein effizientes System, um Abfall zu vermeiden und Ressourcen zu schonen, findet Wolfgang Burgard, Geschäftsführer des Bund Getränkeverpackungen der Zukunft (BGVZ). Nun gilt es, den Wertstoffkreislauf zu schließen, um sortenreines Recycling zu ermöglichen und damit hochwertige Recyclingquoten zu erreichen.

Sind Einwegverpackungen Abfall?

Nein, bepfandete Einwegflaschen und Dosen sind heute kein Abfall mehr, sondern ein Wertstoff. Dieser Wandel – weg von der Wegwerfgesellschaft – wurde durch die Einführung des DPG-Pfandsystems im Mai 2006 erreicht. Seitdem gibt der Verbraucher seine Getränkeverpackungen über den Rücknahmeautomaten wieder in den Wertstoffkreislauf zurück. Dadurch wurde 2015 bei der Dose eine Recyclingquote von 99,1 Prozent und bei PET-Flaschen von 97,3 Prozent erzielt.

Was passiert mit den bepfandeten Getränkeverpackungen? 

Metallverpackungen können ohne Qualitätsverlust unendlich oft recycelt werden. Getränkedosen aus Aluminium oder Stahl kommen auf alle Fälle wieder auf den Markt – sei es wieder als Dose oder auch als Fensterrahmen, Autofelge oder Fahrrad. Die Getränkedose ist die am meisten recycelte Getränkeverpackung der Welt.

Und die Einwegflaschen? 

Auch sie werden recycelt. Etwa 32,1 Prozent der PET-Flaschen – dazu zählen Einweg und Mehrweg, mit und ohne Pfand – in Deutschland werden eingeschmolzen und zu neuen Getränkeflaschen verarbeitet. Aus den restlichen 67,9 Prozent werden Folien, Industrieverpackungen oder auch Textilfasern für die Bekleidungsindustrie. Nur ein kleiner Prozentsatz von etwa neun Prozent wird thermisch verwertet, also verbrannt.

Liegt die Zukunft der Getränkeverpackung also in der Einwegflasche? 

Die Verbraucherbedürfnisse sind dabei entscheidend und Anbieter sollten einen gesunden Gebindemix aus Ein- und Mehrweg im Programm haben. Dabei sind die Verbraucherpräferenzen klar: Bier wird hauptsächlich in der Mehrweg-Glasflasche, alkoholfreie Getränke hingegen in der Einweg-PET-Flasche gekauft.

Woran liegt das? 

Das hat verschiedene Gründe. Es gibt heutzutage viel mehr kleine Haushalte als noch vor 30 Jahren. Hinzu kommen die wachsende Mobilität und der soziodemografische Wandel. Singles und auch ältere Menschen kaufen Wasser lieber im Sechserpack als im Kasten. Auch für unterwegs ist der Griff zum Einweg der leichtere und sicherere Weg.
PET ist ja in den vergangenen Jahren auch immer leichter geworden. Genau. Eine 1,5-Liter-PET-Einwegflasche wiegt heute im Schnitt 28,9 Gramm. Vor zehn Jahren waren es noch 36,5 Gramm. Das ist eine Gewichtseinsparung von mehr als 20 Prozent und das macht sich bemerkbar – vor allem beim Rücktransport! Da die Flaschen zu Ballen gepresst werden, können 26 LKW-Transporte pro Lieferung im Vergleich zu Glasflaschen vermieden werden. Damit schont Einweg Ressourcen und den Rücken und vermeidet gleichzeitig Abfall.

Kontakt

BGVZ Bund Getränkeverpackungen der Zukunft GbR
Marburger Str. 2
10789 Berlin
E-Mail: presse@bgvz.de
Web: www.bgvz.de