Lebensmittelsicherheit

Gut verpackt

Von Jürgen Ackermann · 2016

Richtig verpackt: Gerade bei Lebensmitteln muss das Drumherum stimmen.

350 Euro pro Jahr gibt jeder Bundesbürger allein für Verpackungen aus. Fast die Hälfte davon entfällt nach Angaben des Verbraucherzentrale Bundesverbandes auf die Ernährungsbranche. Kein Wunder, sind doch viele Lebensmittel ohne Verpackungen nicht denkbar. Ohne geeignete Umhüllung können sie nicht gelagert, transportiert oder verkauft werden.

Eine weite Verbreitung auf dem Markt der Lebensmittelverpackungen haben heute sogenannte „aktive Verpackungen“. Sie heißen deshalb so, weil sie einen „aktiven“ Einfluss auf das Lebensmittel und dessen Umgebung ausüben. Ziel ist es, die Haltbarkeit zu verlängern.
So werden mit dem Zweck der Sauerstoffbindung sogenannte Absorber oder „Aufsauger“ verwendet. Die aktiven Komponenten können dabei in die Wände oder Verschlüsse von Kunststoffverpackungen oder -flaschen eingearbeitet werden und führen so zu einer längeren Haltbarkeit. Ein weiterer Aktivstoff vor allem in Fleischverpackungen sind spezielle Saugeinlagen. Die aus verschiedenen Kunststoff-Materialien bestehenden Einlagen fangen den Fleischsaft auf. Auf diese Weise reduzieren sie die Entwicklung von Keimen.

„Schutzgase“ sorgen für längere Haltbarkeit

Auch Schutzgase werden zunehmend bei der Verpackung von Fleisch, Wurst und Käse eingesetzt. Sie bestehen normalerweise aus einer Mischung aus Stickstoff, Kohlendioxid und Sauerstoff. Ein niedriger Sauerstoffgehalt verhindert das Keimwachstum und sorgt für eine längere Haltbarkeit. Ein hoher Sauerstoffgehalt dient bei Fleisch zur Stabilisierung der roten Farbe. Nachteil: „Bei längerer Lagerung kann es zu einer unerwünschten Ranzigkeit des Fleisches kommen“, warnen die Verbraucherschützer.
Neben ihrem unbestreitbaren Nutzen bringen Verpackungen aber auch Nachteile mit sich. Herstellung und Entsorgung belasten vielfach die Umwelt. Manche Materialien geben zudem gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe an die jeweiligen Produkte ab. Allerdings ist gesetzlich geregelt, dass Lebensmittelverpackungen unter normalen Verwendungsbedingungen die menschliche Gesundheit nicht gefährden dürfen. Außerdem dürfen sich Zusammensetzung und Geschmack eines Lebensmittels nicht wesentlich verändern. Dennoch zeigen viele Untersuchungen, dass mit Ausnahme von Glas alle Packstoffe Substanzen an Lebensmittel abgeben können.

Weichmacher in der Kritik

Weichmacher geraten immer wieder in die Kritik. Sie werden eingesetzt, um pvc-Kunststoffe geschmeidig zu machen. Während Frischhaltefolien im Haushalt ausschließlich aus Polyethylen bestehen, das keine Weichmacher enthält, findet man im Handel an Frischetheken noch pvc-Folien.
Ein weiteres Problemfeld sind Druckfarben. So werden Lebensmittelverpackungen zu Informations- und Werbezwecken umfangreich bedruckt. Dabei können die dafür verwendeten Farben gesundheitsgefährdende Substanzen enthalten, die krebserzeugende und erbgutschädigende Eigenschaften aufweisen.