Industrieverpackungen

Gut verpackt ist halb gewonnen

Von Helge Denker · 2016

Ohne Verpackungen ist ein sicherer Transport vom Erzeuger bis zum Konsumenten unmöglich. Die Branche ist stark fragmentiert, hoch innovativ und Spitze im Export.

Ein kleiner Lebensmittelladen in Berlin, der seine Waren ohne Verkaufsverpackungen anbietet, hat 2014 sehr viel Aufmerksamkeit bekommen. Doch ein erheblicher Teil der Verpackungen in Deutschland wird heute für den Weg vom Hersteller bis zum Einzelhandel gebraucht. Hier sind innovative und umweltfreundliche Lösungen besonders gefragt.
Das inhaltliche Spektrum bei den Industrieverpackungen reicht von Packstoffen und Verpackungsmaschinen über Verpackungsdruck bis zu Logistiksystemen und den diversen Dienstleistungen für die Verpackungsindustrie.
Die Verpackungsindustrie steht heute als wichtiges Bindeglied zwischen Produktion und Endverbraucher, insbesondere durch die große Anzahl der Beschäftigten und die Bedeutung von Verpackungen im Warentransport und der Warenaufbewahrung. Die Verpackung von morgen wird als zielgruppenspezifisch, convenience-orientiert und intelligent definiert, wobei auch der digitalen Technik eine steigende Rolle zukommt. Die deutsche Verpackungsindustrie ist heute eine stark fragmentierte Branche, deren einzelne Teilsegmente – Papier, Karton, Pappe und Wellpappe, Kunststoff, Metall, Behälterglas und Holz – sich teilweise deutlich voneinander unterscheiden – und in Studien auch meist getrennt untersucht werden.
Verpackungsmittelhersteller in Deutsch­land setzen heute sehr stark auf den Export, besonders auf Osteuropa und Asien, das sich zum weltweit größten Verpackungsmarkt entwickeln dürfte. Auf dem deutschen Markt herrscht einen unverminderten Preis- und Kostendruck im Massengeschäft.

Innovation und Ökologie als Wettbewerbsvorteile

Innovation ist dabei ein entscheidender Faktor, da es sich bei Verpackungen um hoch flexible Produkte handele, die schnell und direkt an Kundenwünsche angepasst werden müssten. Hier haben deutsche Hersteller häufig die Nase vorn und entwickeln immer neue, innovative Produkte. Ökologische Aspekte rücken dabei, zum Beispiel bei der Produktion von Folien, immer stärker in den Fokus. Weitere Gründe für eine Entwicklung hin zu Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind rechtliche Rahmenbedingungen und die stark schwankenden Rohstoffpreise. Hier bringen ökologischere Produkte und nachhaltigere Produktionsprozesse echte Vorteile im harten Wettbewerb.
Die Hersteller von Verpackungsmaschinen gehören heute zu der Spitzengruppe im deutschen Export. Besonders die Nachfrage aus den Schwellenländern haben die Umsätze in den letzten Jahren beachtlich steigern können. Da Verpackungsproduzenten und Maschinenhersteller in einem gegenseitigen Abhängigkeitsprozess stehen, empfiehlt sich eine noch stärkere Vernetzung und einen noch intensiveren Austausch. Bei den Beschäftigten der Verpackungsindustrie herrschen stark steigende Anforderungen an die Qualifikation. Die wachsende Automatisierung und Technisierung der Branche führt zu verpackungsspezifischen Ausbildungsberufen und Studiengängen.