Lebensmittelverpackungen

Immer frisch

Von Alexandra Grossmann · 2015

Die Anforderungen sind enorm, die Vielfalt schier unendlich – die Verpackungen verschiedenster Lebensmittel müssen zahlreichen Ansprüchen genügen und werden stetig verbessert.

Ob Pflaumenmus, Milch oder Salami – kaum ein Lebensmittel im Handel ist heute nicht verpackt in Glas, Karton oder Kunststoff. Gut verpackt gelangen Nahrung und Getränke heil und frisch vom Hersteller zum Regal im Supermarkt und von dort zum Kunden.
Zugleich verbrauchen auch diese Verpackungen natürliche Ressourcen. Verbraucher und Gesetzgeber fordern umweltfreundliche und ressourcenschonende Verpackungen, die Industrie verbessert Materialien, Gewicht und Portionierungen ständig, auch aus der Erkenntnis wirtschaftlichen Gewinns. Ein Spagat: Auf der einen Seite soll es so wenig Verpackung gebe wie möglich, auf der anderen Seite ist sie vor allem im Bereich Lebensmittel überall nötig.

Automatisierte Logistik

Dabei ist Verpackung nicht gleich Verpackung: Je nach Nahrungsmittel muss sie den unterschiedlichsten Anforderungen gerecht werden - und das zur gleichen Zeit. Allein beim Transport müssen Nahrungsmittel in eine störungsfreie und automatisierte Logistik eingebunden sein, damit Produkte platzsparend und möglichst leicht von A nach B bewegt werden können. Zu berücksichtigen ist neben dem Schutz vor Stößen und Druck auch der vor Licht und Feuchtigkeit. Es muss gewährleistet sein, dass weder Luft noch Gerüche oder sonstige Fremdstoffe eindringen und mit Nahrungsmitteln in Kontakt kommen können.
Die Verpackungsindustrie hat eine Vielzahl von entsprechenden Lösungen gefunden - von Folien, die das Eindringen von Druckfarben aus Schachteln auf Cornflakes verhindern über Perforationen zum Vermeiden von Kondenswasserbildung bis hin zu Verbundverpackungen für Ostsäfte oder Saucen, die es ermöglichen, über lange Zeiträume hinweg frisch und frei von Außeneinwirkungen zu halten. Ob der Inhalt tatsächlich noch frisch ist, kann mittlerweile durch intelligente Verpackungen herausgefunden werden – „schlägt“ das Lebensmittel um, erscheint außen ein entsprechender Hinweis.

Zauberwort Convenience

Diversifizierung liegt zudem im Trend: Wurstwaren und Käse zum Beispiel kommen heute in verschiedenen Formen vor, sowohl am Stück als auch in verschiedenen Portionen und auf durchsichtigen Flächen in Scheiben zum leichten Entnehmen präsentiert. Verbraucher wollen Convenience, also leichte und angenehme Handhabung, zugleich werden Haushalte kleiner. Die Verpackungsindustrie muss sich anpassen und Waren in kleineren, handlicheren Portionen präsentieren – immerhin verschwinden hierzulande jährlich etwa 6,7 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle im Müll, das entspricht rund 82 Kilogramm pro Kopf.
Zusätzlich hat auch die Lebensmittelverpackung eine Funktion als Werbe- und Informationsfläche. Wenn Produkte neu positioniert werden sollen, ist auch das Äußere entscheidend: Denn der Konsument entscheidet erst am Point of Sale und häufig nur in Bruchteilen von Sekunden, ob er zugreift – und das Gekaufte beim Abendbrot essen wird.