Karton

Immer mehr Bio im Karton

Von Alexandra Grossmann · 2015

Geht es darum, Lebensmittel und Getränke zu verpacken, spielt Karton nach wie vor eine große Rolle. Der Vorteil des natürlichen Rohstoffs ist es, komplett wieder verwertbar zu sein. Allerdings benötigen Kartonverpackungen auch Beschichtungen. Diese werden zunehmend aus Material gemacht, die aus nachwachsenden Rohstoffen stammen.

Rund die Hälfte aller Verpackungen aus Papier, Karton und Pappe kommen für Lebensmittel und Getränke zum Einsatz, laut Verbraucherzentrale Hamburg etwa 4,5 Millionen Tonnen jährlich. Davon wiederum werden etwa 2,3 Millionen auf Recyclingbasis hergestellt, also mehr als die Hälfte. Hierbei nutzen die Produzenten vor allem Zeitungen, Zeitschriften, Werbebroschüren und Flyer. Diese werden wiederum vor allem für Getränkekartons und Lebensmittel wiederverwertet. In diesen Bereichen sind Kartonverpackungen besonders gut geeignet, denn sie sind zugleich leicht und robust, so dass sie die Waren schützen. Zudem lassen sie sich raumsparend stapeln und so ökonomisch transportieren.

Schutz vor Feuchtigkeit

Allerdings ist Karton permeabel für Feuchtigkeit, so dass viele der Kartonverpackungen mit Schutzschichten sowohl innen als auch außen versehen sind. Diese Barrieren sind hauchdünn und bestehen häufig aus Polymeren, die teilweise zehn Mal dünner als ein menschliches Haar sein können und Lebensmittel bis zu drei Jahre lang schützen können. Ein Hersteller von Kartonverpackungen hat beispielsweise die so genannten Tetra-Rex-Kartons auf den Markt gebracht. Hier besteht nicht nur der Karton selbst, sondern auch die das Innere schützende Schicht aus einem bio-basierten Kunststoff, der ausschließlich aus Zuckerrohr gemacht wird. Das Unternehmen setzt diese Bio-Verpackungskartons für gekühlte Milchprodukte ein.

Erneuerbare Rohmaterialien

Ein anderer Hersteller brachte kürzlich einen Getränkekarton auf den Markt, dessen Kunststoffschichten aus zertifiziertem, erneuerbarem Polyethylen bestehen. Damit gemeint sind laut Anbieter erneuerbare Rohmaterialien, die aus Altöl und Altfett anstatt aus traditionellen Rohstoffen hergestellt werden. Dies soll die Menge an benötigten fossilen Brennstoffen bei der Produktion der Kunststoffe Polyethylen (Pe) und Polypropylen (Pp) um ganze 84 Prozent reduzieren. Die Branche setzt auch auf Kommunikation, um ihren Willen zu Nachhaltigkeit zu unterstreichen. So tragen heute rund 70 Prozent aller im deutschen Einzelhandel erhältlichen Getränkekartons das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC). Es ist ein internationales Zertifizierungssystem, das 1993 nach dem Umweltgipfel von Rio ins Leben gerufen wurde und seit 1997 als gemeinnütziger Verein in Deutschland tätig ist. Das FSC-Siegel steht für die geprüfte Zusicherung, dass das für die Kartonverpackung verwendete Holz aus ökologisch unbedenklicher Produktion stammt, bei der Wald, Tiere und Menschen berücksichtigt werden.