PET-Recycling

Immer wieder verwendbar

Von Helge Denker · 2015

Einwegflaschen aus Polyethylenterephthalat (PET) werden gesammelt und zum Teil recycelt. Durch die PET-Pfandregelung in Deutschland wird ein Großteil der PET-Flaschen über Leergutsammelstellen wieder verwendet. So gelangt heute circa jede dritte PET-Flasche sortenrein in den Recycling-Kreislauf.

In speziellen Aufbereitungsanlagen werden pet-Flaschen in kleine „Flakes“ zerhackt, von Fremdstoffen gereinigt, nach Farben sortiert und zu Granulat aufbereitet. Ein Teil dieses alten Materials kann dem Neumaterial beigemischt und zur Herstellung neuer Vorformlinge oder Pre-Forms in einem Spritzgussverfahren für Getränkeflaschen verwendet werden. Die Herstellung neuer Flaschen, die zu 100 Prozent aus recyceltem Material bestehen, ist bisher technisch noch nicht möglich.
Der Umlauf an pet-Flaschen in Deutschland wurde im Jahr im Jahr 2003 auf etwa 800 Millionen Stück in den Größeneinheiten 1,5 Liter, 1 Liter und 0,5 Liter geschätzt. Mit der Einführung des Pflichtpfands auf bestimmte Einweg-Getränkeverpackungen am 1. Januar 2003 kam es zu einem sprunghaften Anstieg der Umlaufmengen. Vor diesem Stichtag recycelte das „Duale System“ rund 99 Prozent der gesammelten pet-Flaschen, was einem Anteil von etwa der Hälfte der insgesamt produzierten Flaschen entsprach. Seit Anfang 2003 werden etwa 70 Prozent der deutschen pet-Flaschen direkt von den Supermärkten und Discountern zurückgenommen. Über die aktuellen Umlaufmengen gibt es derzeit keine verlässlichen Angaben.

Textilfasern aus wiederverwendetem PET

Gebrauchtes pet kann auch zur Herstellung von Polyester-Textilfasern verwendet werden. 2006 wurden knapp vier Millionen Tonnen pet-Abfälle nach China exportiert, was etwa der Menge von 100 Milliarden Plastikflaschen entspricht. Das Land ist damit „Weltmeister” auf diesem Gebiet. Doch auch die Türkei importiert große Mengen an gebrauchtem pet, um daraus Textilfasern herzustellen. Der Marktwert von sortenreinem pet liegt zwischen 400 und 500 Euro pro Tonne. Der reine Materialwert einer gebrauchten 1,5-Liter-Einwegflasche beläuft sich somit auf etwa 1,5 Cent. Der Marktwert von Recycling-pet orientierte sich schon in den 90er Jahren zu 100 Prozent an den Kosten der enthaltenen Rohstoffe Terephthalsäure und Ethylenglycol. Bis heite ist der Einsatz in der chemischen Industrie als Rohstoff-Ersatz für Terephthalsäure/Glycol nicht rentabel.
Textilfasern aus recycelten pet-Flaschen stehen im Verdacht, durch Abrieb beim Waschen zur Kunststoffmüll-Problematik im Mikropartikelbereich beizutragen. Laut einer Studie, die im Fachjournal „Environmental Science & Technology” veröffentlicht wurde, reiben Waschmaschinen mehr als 1.900 Mikropartikel — im Durchmesser kleiner als ein Millimeter — pro Waschgang von Fleece-Stoffen aus Polyester- und Acryltextilfasern. Gelangen diese Mikropartikel über die geklärten Abwässer ins Meer, so werden sie ein Teil des Plastikmülls in den Ozeanen. Derartige Plastik-Partikel wurden weltweit im Sediment von 18 Stränden gefunden. Eine bezahlbare Methode, um diese Partikel wieder aus den Meeren zu entfernen, ist bisher noch nicht entwickelt worden.