PET

Recyclingnote 1 für PET-Flaschen

Von Jürgen Ackermann · 2016

Ob Einweg oder Mehrweg – PET-Getränkeflaschen werden heute fast vollständig recycelt. Wichtig ist jedoch, die verschiedenen PET-Produkte zu trennen. Denn nur so entsteht sortenreines, qualitativ hochwertiges Rohmaterial, das für neue Flaschen verwendet werden kann.

Die Quote kann sich sehen lassen: Zu nicht weniger als 93,6 Prozent werden PET-Getränkeflaschen in Deutschland recycelt – ein Spitzenwert unter den Getränkeverpackungen. Das geht aus einer Marktanalyse der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) hervor. Für pfandpflichtige PET-Einwegflaschen sieht die Recyclingbilanz sogar noch besser aus. Bei diesem größten Marktsegment unter den PET-Einwegflaschen landen sogar 97,2 Prozent der Flaschen im Recycling. Laut GVM ist diese hohe Quote vor allem den Verbrauchern zu verdanken, die 96 Prozent aller Pfandflaschen in den Handel zurückbringen und damit für eine besonders sortenreine Sammlung sorgen. 

Handel ist zentrales Glied

Stichwort Handel: Der Kreislauf der PET-Einwegflasche beginnt und endet im Handel. Hier kauft der Verbraucher die vollen Flaschen und gibt sie nach Gebrauch leer zurück. Noch im Handel werden die PET-Flaschen gesammelt, vorsortiert und gepresst. Wenn neue PET-Einwegflaschen geliefert werden, nimmt der Lkw die alten Flaschen direkt mit zum Zentrallager zurück – das spart erhebliche Transportkosten.
Im Zentrallager angekommen, werden die PET-Flaschen zu Ballen zusammengepresst. Auf diese Weise können auf einem Lkw rund 400.000 PET-Flaschen transportiert werden. Würde man die Flaschen in ihrer originalen Form auf einen Laster laden, passten hingegen nur 15.000 Flaschen auf die Ladefläche. Auch das spart Transportwege und verringert den Kohlendioxid-Ausstoß.

Sortenreine Aufbereitung

Vom Zentrallager aus gelangen die Ballen in das Recyclingwerk. In modernen Sortieranlagen erfolgt hier die Sortierung nach Farbe, Größe und Qualität. Zudem wird zwischen Öl- und Essigflaschen, Milch-Plastikflaschen und PET-Getränkeflaschen unterschieden. Diese werden getrennt voneinander entsorgt, denn nur reines Sammelgut kann für neue hygienisch einwandfreie PET-Getränkeflaschen wiederverwertet werden. Nur dank der hohen Reinheitsqualität kann das PET überhaupt für neue Flaschen wiederverwendet werden. Es entsteht somit kein Downcycling, der gewonnene Wertstoff weist also keine geringere Qualität auf als der Primärrohstoff.
Nach der Sortierung und Trennung werden die Flaschen gemahlen und gewaschen, anschließend getrocknet, geschmolzen und zu Granulat – dem sogenannten Rezyklat – verarbeitet. Das Rezyklat ist ein wertvoller Rohstoff, der nun zur Herstellung von neuen PET-Einwegflaschen verwendet werden kann.

Aus alt mach neu

Zur Herstellung von neuen PET-Flaschen wird in der Kunststoffverarbeitung das Rezyklat mit neuem PET-Kunststoff vermischt und geschmolzen. Dieses Gemisch bildet die Basis für sogenannte Preforms (Vorformlinge), die erst später beim Abfüller auf ihre eigentliche Größe aufgeblasen werden. Diese Preforms verfügen bereits über einen sehr hohen Recyclinganteil.
Schließlich gelangen die Preforms zum Abfüller, wo sie erhitzt und zu ihrer eigentlichen Flaschenform aufgeblasen werden. Anschließend werden die fertigen Flaschen etikettiert, abermals gründlich gereinigt und befüllt. Vom Abfüller aus gelangen die wieder befüllten PET-Einwegflaschen über das Zentrallager zurück zum Händler und damit auch zum Endverbraucher. Der Wertstoffkreislauf ist somit vollständig geschlossen. Übrigens: Etwa 80 Prozent des in Deutschland verbrauchten PET wird mittlerweile auch hierzulande recycelt. Nur noch ein geringer Teil wird im Ausland stofflich verwertet. 
Weltweit wird PET heute in 150 Ländern verwendet, vor allem in Europa und den Vereinigten Staaten, die etwa die Hälfte der Getränke in PET-Flaschen vertreiben. Hier entstand auch der Werkstoff, der im Zweiten Weltkrieg als Ersatz für Seide entwickelt wurde. In den vergangenen Jahren stieg der Bedarf enorm. Inzwischen werden 23 Prozent des recycelten PET in der Verpackungsindustrie und über 70 Prozent zu Füll- und Textilfasern verarbeitet.