Effizienz

Ressourcen sinnvoll nutzen

Von Jan Simon · 2017

Recyclingraten und Verwertungsquoten sind allseits bekannt, weniger aber, was Unternehmen tun, um nachhaltiger und umweltbewusster mit Verpackungen und Transportwegen zu arbeiten. Viele Unternehmen tüfteln an Verbesserungen ihrer Prozesse. Wer Ressourcen spart, kann nur gewinnen.

Eines der Hauptanliegen bei der Herstellung von Verpackungen ist der Ressourcenschutz. Sowohl Verbraucher, die sich umweltbewusst und nachhaltig sinnvoll verhalten möchten, als auch Produzenten, die Energie und Material sparen wollen, haben hier ein gemeinsames Interesse. Zwar wächst das Volumen an Verpackungen in Deutschland stetig, bis 2014 stieg die stoffliche und energetische Verwertung von Abfällen auf 97,6 Prozent, seitdem stagniert die Zahl. Dennoch tut sich bei Unternehmen in Sachen Ressourcenschutz mehr, als bekannt.

Pilotprojekt mit Kunststoff

Für die Belieferung des Handels mit Waren aller Art verpacken Hersteller ihre Produkte für den Transport normalerweise auf die eine oder andere Art in Verpa­ckungen aus Karton und Plastik. Die Kartons werden auf Paletten geladen, transportiert und beim Händler wie­derum ausgeladen, ausgepackt und in andere Behälter umverteilt. Übrig bleiben Berge von Verpackungsmüll.

Das Unternehmen GS1 hat nun in einem Pilot­projekt den Nachweis erbracht, dass im Bereich eines Drogeriesortiments vom 6.000 Artikeln wiederverwendbare Kunst­­­­stoff-Transportbehälter einen Großteil Verpackungsmüll einsparen können. Der Testlauf wurde auf dem diesjährigen Handelslogistik-Kongress in Köln vorgestellt, es hatten sich unter anderen L´Oréal, Edeka und Rossmann beteiligt. Das Ergebnis: Der Umstieg von Einweg auf Mehrweg machte die logistischen Prozesse um 20 Prozent günstiger. Zudem sparte man große Mengen an Verpackungsmüll, die Kosten reduzierten sich, die Prozesse waren schlanker und es gab einen geringeren CO₂-Ausstoß.

Dünn wie eine zweite Haut

Eine der Herausforderungen beim Ressourcenschutz ist die Barrierefestigkeit. Denn innerhalb der Verpackung soll das Produkt möglichst unbeschädigt seinen Weg zurücklegen. Frische Nahrungsmittel zum Beispiel sind besonders empfindlich. Bewährt haben sich Schutzfolien, die sich wie eine zweite Haut über die Ware legen oder Kunststofftüten, innerhalb derer Stickstoff oder andere Gase für den optimalen Erhalt von Frische und Aroma sorgen. Hier gibt es zahlreiche und durchaus erfolgreiche Versuche, die Folien möglichst dünn, biologisch abbaubar oder sparsam einzusetzen. Folien treten häufig in Verbindung mit Wellpappe auf. Durch die zwischen zwei Schickten eingebrachte Welle ist sie als Verpackungsmaterial ideal, weil sie zugleich leicht als auch stoßdämpfend ist.

Ebenfalls barrierefest, aber umstritten, sind Verpackungen aus Aluminium, die trotz ihres Schadens für die Umwelt weiterhin häufig eingesetzt werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es ist leicht, stabil und undurchdringlich für Gas, Feuchtigkeit oder Licht. Kommt Aluminium mit Säure oder Salzen in Kontakt, können sich gesundheitsschädigende Partikel lösen. Verpackungen sind aber mit Kunststoff beschichtet, so dass das Bundesministerium für Risikobewertung (BfR) sie als unbedenklich eingestuft hat.