Verpackungsrecycling

Aus alt wird neu

Von Jens Bartels · 2018

Eine Person wirft eine Flasche in den Müll. Thema Verpackungsrecycling

Deutschland gehört im europäischen Vergleich zu den Ländern mit einer hohen Recyclingquote. Um europaweit diese Quote zu erhöhen, hat die EU im Januar 2018 unter anderem eine Strategie für Kunststoffe ins Leben gerufen. Das Ziel: Ab 2030 sollen alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingfähig sein.

Verpackungen gehören zum Alltag. Sie haben eine Reihe nützlicher und notwendiger Funktionen. In der globalisierten Welt nimmt nicht nur die Bedeutung, sondern auch das Aufkommen an Verpackungen immer weiter zu. Allein in Deutschland fielen im Jahr 2014 17,8 Millionen Tonnen Verpackungen an. Dabei haben Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton den größten Anteil mit etwa 8,1 Millionen Tonnen. Es folgen Verpackungen aus Kunststoffen (2,9 Millionen Tonnen) und Glas (2,7 Millionen Tonnen). Um Ressourcen zu schonen, werden möglichst viele Verpackungen recycelt. Dadurch lassen sich Rohstoffe und CO₂-Emissionen einsparen und gleichzeitig die Meere vor Abfall schützen. 

Verpackungsrecycling

Allerdings sind das Recycling und die Verwertung mitunter gar nicht so einfach, denn die Vielfalt der Verpackungen ist groß. Entsprechend viele unterschiedliche Verfahren gibt es, um sie wiederzuverwerten. So werden Leichtverpackungen von privaten Endverbrauchern im Auftrag der Dualen Systeme eingesammelt und zu Sortieranlagen gebracht. Dort erfolgt eine Trennung in verschiedene Wertstofffraktionen: Weißblech, Aluminium, Getränkekartons und getrennte Kunststoffarten gehen in die stoffliche Verwertung. Mischkunststoffe werden zum Teil wiederaufbereitet und dann stofflich oder energetisch verwertet.

Die neue EU-Strategie treibt ein stärker kreislauforientiertes Geschäftsmodell voran.

Die Europäische Union möchte die Vorgaben für Recycling und Mülltrennung deutlich verschärfen und ein stärker kreislauforientiertes Geschäftsmodell vorantreiben. Laut des aktuellen Vorschlags der EU-Kommission soll bis 2030 beim Hausmüll eine Recyclingquote von 55 Prozent erreicht sein. Deutschland gehört zwar im europaweiten Vergleich zu den Ländern mit einer hohen Recyclingquote. Die offizielle deutsche Recyclingquote beträgt heute weit mehr als 60 Prozent. Dennoch wird Deutschland die neuen Vorgaben nicht aus dem Stand schaffen, denn die Quote muss nach den neuen EU-Vorgaben anders berechnet werden und dürfte nach Meinung von Experten danach deutlich niedriger ausfallen.

Neue Kunststoffstrategie

Zeitgleich hat die EU-Kommission Anfang des Jahres eine europäische Strategie für Kunststoffe veröffentlicht. „Mit der EU-Strategie für Kunststoffe treiben wir ein neues, stärker kreislauforientiertes Geschäftsmodell voran“, erklärt Frans Timmermanns. „Wir müssen in innovative neue Technologien investieren, die unsere Bürger und unsere Umwelt schützen und gleichzeitig unsere Industrie wettbewerbsfähig halten“, so der Erste Kommissionsvizepräsident der EU. Klar ist: In der EU bleibt das Potenzial für das Recycling von Kunststoffabfällen weitgehend ungenutzt. Denn in Europa entstehen jährlich Kunststoffabfälle in Höhe von rund 26 Millionen Tonnen. Jedoch werden weniger als 30 Prozent dieser Abfälle für das Recycling gesammelt. 

Das will die EU mit ihrer Strategie ändern. Unter anderem sollen neue Vorschriften für Verpackungen die Recyclingfähigkeit von auf dem Markt verwendeten Kunststoffen verbessern und die Nachfrage nach recyceltem Kunststoff erhöhen. Daneben ist ein besseres standardisiertes System für die getrennte Sammlung und Sortierung von Abfällen in der gesamten EU geplant. Insgesamt sollen nach den neuen Plänen der EU ab 2030 alle Kunststoffverpackungen auf kostenwirksame Weise wiederverwendbar oder recyclingfähig gemacht werden. Die Kommission möchte damit einen Wandel in der ganzen Welt bewirken.

Grafik: Was kommt in welche Tonne?

Verpackung wird digital 

Die Digitalisierung verändert alle unsere Lebensbereiche – auch vor der Verpackung macht die nicht halt. So wird das Thema Smart Packaging in den kommenden Jahren immer wichtiger werden. Die intelligenten Verpackungen informieren nicht nur, sie kommunizieren mit dem Verbraucher. So verstecken sich hinter dem QR-Code auf der Rotweinflasche nicht nur Informationen zu Anbaugebiet und Winzer. Verbraucher bekommen auf Wunsch auch Hinweise zum Picknickplatz in der Nähe oder zum passenden Menü. Noch steckt die smarte Verpackung in den Kinderschuhen; innovative Features wie RFID-Chip, QR-Code, Digimarc-Code, NFC, gedruckter Elektronik oder Augmented-Reality werden Konsumenten aber in wenigen Jahren eine Fülle an Zusatznutzen bieten.

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