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Druckindustrie stellt sich für die Zukunft auf

Von Christian Raum · 2020

Druckereien haben den Auftrag, auch während der Krise die Menschen nachhaltig, zuverlässig und pünktlich mit Informationen zu versorgen. Das war für die Politik ein wichtiger Grund, die Druckindustrie als systemrelevant einzustufen.

Druckermaschine
Häufig kann Drucken nachhaltiger als E-Publishing sein. Foto: iStock/ industryview

Die Druckindustrie schaut in die Zukunft. Schon in den vergangenen Jahren haben die Druckereien Lieferketten und Produktion der Zeitungen transparent und nachhaltig aufgestellt, heute bestehen Zeitungen zu 100 Prozent aus Altpapier. Die Recyclingquote bei Magazinen und Büchern wächst beständig. Damit könnten die Druckereien gegen die Onlineangebote punkten, betonen Vertreter der Industrie. Denn viele Papierpublikationen seien bei Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit den Onlineangeboten sogar überlegen. Auch während des Lockdowns zeigte die Druckindustrie ihre Leistungsfähigkeit. Druckereien übernahmen als systemrelevante Unternehmen einen wichtigen Teil der Versorgung der Menschen mit Informationen. Auch Kioske und Buchläden sind systemrelevant und hatten während des Lockdowns die Aufgabe, die Versorgung der Bevölkerung mit Druckereiprodukten wie Büchern, Zeitungen und Magazinen sicherzustellen. 

Drucken und Digital sind kein Widerspruch

Ohne Druckereien wäre das breite Medienangebot, mit dem die Menschen durch die Krise begleitet wurden, nicht denkbar gewesen. Die Printredaktionen der klassischen Medienhäuser haben nicht nur Diskussionen und Streit um die Gefahren und Chancen rund um Virus, Lockdown, Maskenpflicht oder Corona-Partys abgebildet und begleitet. In vielen Fällen konnten sie selbst Debatten anstoßen und moderieren. Mit der Rolle als Distributor dieser Informationen haben sich Druckereien eine hohe Anerkennung erarbeitet, die von den Lesern offensichtlich honoriert wird. Dies bedeutet aber nicht, dass Druckereien keine digitalen Technologien nutzen – ganz im Gegenteil bedeuten Internettechnologien für Druckanbieter neue Geschäftsmodelle, die sie nicht den Verlagen überlassen wollen.

Ende des Papierparadigmas

Viele wandeln sich zu Digitaldienstleistern, die im Auftrag ihrer Kunden – Verlage, Unternehmen aus der Industrie oder dem Dienstleistungssektor und auch staatlichen Organisationen – deren Informationen in allen denkbaren Formaten verschicken. Bei vielen Druckhäusern sind die Grenzen zwischen Papier und Onlineangebot inzwischen fließend. Inhalte aus dem Web werden auf Papier gedruckt, Informationen aus den Printausgaben finden ihren Weg auf Portale und in digitale Ausgaben. Mit der neuen Generation der Publishing-Software, die bereits bei vielen Druckdienstleistern installiert wird, erhalten Leser und Abonnenten alle Artikel in allen denkbaren Formaten auf ihre elektronischen Geräte – oder eben als Papierausgabe in den Briefkasten.

Quellen:
https://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/medienhaeuser-verkaufen-mehr-digital-abos-in-coronavirus-zeiten-1029030280
https://www2.deloitte.com/de/de/pages/consumer-business/articles/studie-einfluss-von-covid19-auf-das-konsumverhalten.html
https://www.boersenblatt.net/archiv/1820548.html

Wussten Sie schon, dass...

… Marktexperten der Werbeboykott für namhafte Social-Media-Onlineportale erstaunt? Unternehmen hatten jahrelang immer neue Millionensummen in Onlinewerbung investiert, jetzt zwingt der Corona-Virus zum Sparen. Als eine Folge der eingefrorenen Anzeigenbudgets bauten sich die Verantwortlichen in den Marketingabteilungen eine Brücke, um die Einsparungen umzusetzen. Was als Protestaktion gegen Hass oder Rassismus daherkam, wurde offensichtlich von vielen als Scheinargument genutzt, um ohne Gesichtsverlust die Zusammenarbeit zu beenden.

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