Kosmetikverpackungen

Papier versus Plastik

Von Jens Bartels · 2020

Weiße Verpackungen aus Pappe für Kosmetika.
Tiegel, Tuben und Flaschen werden künftig aus Pappe bestehen. Foto: iStock / diane39

In Zeiten von Klimawandel und Meeresverschmutzung sorgt Verpackungsabfall für Schlagzeilen. Deshalb wächst die Sehnsucht nach innovativen und nachhaltigen Lösungen aus faserbasierten Materialien. Denn die sind erneuerbar, klimafreundlich, lassen sich recyceln und biologisch abbauen. Immer mehr Produkte kommen auf den Markt.

Kosmetikunternehmen nutzen oftmals Verpackungen aus Kunststoff. Einer der Gründe: Für feuchte
und fetthaltige Inhaltsstoffe ist es notwendig, Kartonagen mit einer zusätzlichen Innenbeschichtung zu versehen. Dies könnte sich jedoch bald ändern: Denn durch innovative Technologien haben Verpackungsspezialisten eine kartonbasierte Lösung für verschiedene Kosmetikverpackungen entwickelt. Sie ermöglicht den Ersatz von Kunststoff durch größtenteils biobasierte und papierähnliche Stoffe. 

Eine Folge: Der Kosmetikhersteller L'Oréal hat angekündigt, noch in diesem Jahr eine papierbasierte Kosmetiktube aus mehrheitlich biobasierten und papierähnlichen Materialien auf den Markt zu bringen. Dabei kooperiert das Unternehmen mit dem schwedischen Papierspezialisten BillerudKorsnäs und anderen Unternehmen aus der Verpackungsbranche. Im Fokus des Projektes steht das Ziel, weitere papierbasierte Verpackungsinnovationen zu entwickeln, etwa eine biobasierte und recycelbare Flasche aus Holzfasern. Die Markteinführung dieser papierbasierten Kosmetikflasche plant L'Oréal für 2021.

Kosmetikverpackungen: Nachhaltige Lösungen gewünscht

Nicht nur der Kosmetikhersteller aus Frankreich ist auf der Suche nach umweltverträglichen Verpackungen. Immer mehr Unternehmen aus verschiedenen Branchen wünschen sich innovative Lösungen, um das eigene Image zu fördern und zugleich dem zunehmenden Umweltbewusstsein der Zielgruppe gerecht zu werden. In den Fokus rücken dabei faserbasierte Materialien aus Karton, Pappe oder Papier. Sie stellen einen echten Mehrwert dar, denn solche Verpackungen sind recycelbar, klimafreundlich und lassen sich biologisch abbauen. Allerdings muss auch klar sein: Die Verpackungen sind oftmals komplexe Produkte und besitzen bestimmte Funktionen. Einerseits bieten sie eine auffällige Fläche, auf der Produkte vorgestellt und Botschaften transportiert werden. Auf der anderen Seite haben sie eine Schutzfunktion: Waren werden durch die Verpackung etwa vor Witterung oder Temperaturschwankungen geschützt. Auf diese Weise bleiben Funktionalität und Qualität erhalten. Es geht also nicht immer nur um Verzicht, sondern auch um Innovationen im Verpackungsbereich.

Faltschachteln überzeugen

Diesen Eigenschaften tragen eine steigende Anzahl neuer Verpackungslösungen aus nachwachsenden Rohstoffen Rechnung. So wurde unter anderem ein Kartonverbund für das Verpacken von frischen Lebensmitteln, beispielsweise Fleisch, entwickelt. Der Mehrlagenverbund besteht bis zu 90 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und lässt sich mit dem bestehenden Maschinen- und Werkzeugpark verarbeiten. Nachhaltige Ideen präsentiert auch jedes Jahr die internationale Messe Luxe Pack in Monaco. Die Messe verleiht jährlich den Luxe Pack Green Award für die besten nachhaltigen Verpackungsinnovationen der Welt sowie die beste verantwortungsvolle Initiative.

Kreislaufwirtschaft etablieren

Zunehmend werden nachhaltige Faltschachteln mit maximaler Recyclingfähigkeit am Markt angeboten. Darüber hinaus wurde eine neue Allianz mit dem Namen „4evergreen“ gegründet, welche es sich zum Ziel gesetzt hat, den Beitrag faserbasierter Verpackungen zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, die die Auswirkungen auf Klima und Umwelt minimiert, auszubauen. „Die Zeit zum Handeln ist gekommen“, betont Jori Ringman, Generaldirektor des europäischen Verbandes der Papierindustrie, Cepi: „Unsere Branche hat bereits eine starke Erfolgsbilanz in den Bereichen Umweltleistung und Recycling, aber unsere Ambitionen sind höher.“ 4evergreen vernetzt Papier- und Kartonhersteller, Faltschachtelhersteller, Markeninhaber und Händler, Technologie- und Materiallieferanten sowie die Sammel-, Sortier- und Recyclingbranche. 

Wussten Sie schon, dass …

… neun von zehn Konsumenten eine ökologische Alternative zur Plastiktüte wollen?

… 78 Prozent der Verbraucher sich unverpackte Produkte wünschen?

… Produktschutz ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit ist? Denn verdirbt beispielsweise die Nahrung, ist der Schaden viel größer, als wenn sie mit einer Verpackung geschützt werden würde.

… 90 Prozent der ökologischen Belastungen im Produkt und nur zehn Prozent in der Verpackung stecken?

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