Monomaterial

Die Chipstüte wird nachhaltig

Von Jens Bartels und Katharina Lehmann · 2022

Bis 2030 will PepsiCo den Anteil an Neuplastik bei der Produktion von Chipstüten auf null herunterfahren. Zum Einsatz kommen stattdessen Recyclate. Damit das funktioniert, müssen aber Design und Herstellung völlig neu gedacht werden.

Eine Hand greift nach Kartoffelchips aus einer braunen Tüte
Foto: iStock/SOMKHANA CHADPAKDEE

So sollen bei den Chipstüten in Zukunft recycelbare Kunststoffe wie Polypropylen, also sogenannte Monomaterialien, zum Einsatz kommen. Monomaterialien, die nur aus einer Sorte Kunststoff bestehen, lassen sich im Gegensatz zu Kunststoffverbünden einfacher wiederverwenden. Doch bei der Konstruktion einer nachhaltigen Verpackung kommt es nicht nur auf das Material an. Auch Verpackungsdesign und Herstellung müssen mitgedacht werden. Im Fall der nachhaltigen Chipstüte werden also neben der Polypropylen-Monomaterial-Folie speziell für die Anforderungen der Kreislaufwirtschaft entwickelte Druckfarben und Kaschierklebstoffe verwendet. Das Unternehmen orientiert sich nach eigenen Angaben an den Richtlinien für recyclinggerechtes Design, die die Circular Economy for Flexible Packaging (CEFLEX) entwickelt hat. Durch die Umstellung auf Verpackungsmaterialien, die ohne den Einsatz fossiler Ressourcen auskommen, lassen sich nach Schätzungen des Unternehmens die Treibhausgasemissionen pro Tonne um bis zu 40 Prozent senken.

Kunststoffe sind nicht wegzudenken

Grundsätzlich gelten flexible Kunststoffe für Verpackungen in der Lebensmittelindustrie, aber auch in vielen anderen Bereichen als unverzichtbar. Denn sie schützen ihren Inhalt vor Verschmutzung und Kontamination mit unerwünschten Stoffen und vor Licht und Nässe. Im Vergleich zu anderen Verpackungsformen sind sie zudem besonders leicht und haben daher im Transport einen geringen CO₂-Fußabdruck. Notwendig ist es jedoch, die Menge an Neuplastik zu reduzieren und die Kreislauffähigkeit der Kunststoffverpackungen zu stärken.

Mit Monomaterial auf Recycling setzen

Inzwischen gibt es viele nachhaltige und recycelbare Kunststoffverpackungen. So gelten beispielsweise weiße, ungefärbte Verpackungen aus Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) als Monomaterial und sind damit recyclingfähig. Die Farbe Weiß spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle, weil weißes Material die Nahinfrarotstrahlen im Rahmen des Sortierungsprozesses absorbiert und damit von anderen Verpackungen trennbar ist. Auch die Etikettierung ist wichtig, damit die Verpackungen bei der Sortierung als PE oder PP erkannt werden. Gut funktioniert auch das Recycling bei Plastikverpackungen aus Polyethylenterephthalat (PET). Aus dem Kunststoff werden vor allem Getränkeflaschen hergestellt.

Quellen:
Fraunhofer IVV: Recylingfähige Verpackungsfolien aus Monomaterial
Umweltbundesamt: Verpackungen

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