Mehrwegsysteme

Mehrweg ist das Ziel

Von Jens Bartels · 2020

Mehrwegbecher auf einem Holz-Tablett
Foto: iStock/freelancer

Die Pfandflasche ist seit Jahrzehnten nicht aus der Getränkeabteilung wegzudenken. Mittlerweile gibt es aber viele andere Mehrweglösungen, die die Verpackung eines Produktes optimieren und im Alltag gut funktionieren. Ein gutes Beispiel dafür liefert der Coffee-to-go-Becher. Allerdings sollten Verbraucher Mehrwegbecher dann auch möglichst oft nutzen.

Bei dem Begriff Mehrweg fällt Verbrauchern oftmals nur die Pfandflasche ein. Dabei wächst die Anzahl von Mehrwegsystemen auch bei vielen anderen Produkten. So probiert etwa einer der großen Lebensmittelhändler aktuell Mehrwegdosen für Wurst und Käse an der Bedientheke aus. Auch beim Einkauf von Obst und Gemüse gibt es neue Ideen, um für einen umweltfreundlichen Transport zu sorgen. Interessierte können in diesem Fall beim Einkauf mehrfach verwendbare Netze nutzen. Die Netze sind mit speziellen Barcodes ausgestattet, durch die etwa die Tara an der Kasse automatisch abgezogen wird. Zu den weiteren Lösungen zählen ein Mehrweg-Frischedeckel, der die üblichen Plastik-Einwegdeckel auf größeren Bechern von Milchprodukten wie Joghurt ersetzt, oder wiederverwendbare Pakete im Onlinehandel.

Pfandpflicht senkt Abfallmenge

Klar ist: Mehrwegsysteme besitzen im Vergleich zu Einweglösungen eine Reihe von Vorteilen. Mehrweg verursacht zum Beispiel weniger Abfall. So werden Mehrwegflaschen aus Glas bis zu 50-mal wiederbefüllt, bevor sie ins Recycling gehen. Die Einwegflasche wird dagegen nur ein einziges Mal befüllt und benutzt. Zugleich helfen Mehrwertsysteme dabei, Ressourcen sowie Energie einzusparen, und verbessern gerade innerhalb von regionalen Wirtschaftskreisläufen die CO2-Bilanz.

Mehrwegsysteme: Produkte oft nutzen

Nicht zuletzt gehört die Lebensdauer zu den wichtigen Kennzahlen für nachhaltige Mehrweg-Lösungen. Je öfter etwa Coffee-to-go-Becher in einem Mehrwegsystem genutzt werden, desto besser wird laut einer Studie des Umweltbundesamtes die Umweltbilanz. Eine Mindestanzahl von zehn Umläufen, errechnet die Studie, werde benötigt, damit sich der Herstellungsaufwand lohnt. Dabei ist das Material des Bechers nicht entscheidend, da bei einer häufigen Nutzung vor allem der Spülvorgang relevant für die Ökobilanz ist. Ein Mehrwegbechersystem bekam im vergangenen Jahr sogar das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Das Produkt wird mit zwei Deckelvarianten im Pfandsystem angeboten, dient auch als Verpackung an der Frischetheke und kann in Leergutautomaten in beteiligten Supermärkten zurückgegeben werden. 

Studie

Aktuelle Studie des Umweltbundesamtes: Die Deutschen nutzen für Heißgetränke jährlich 2,8 Milliarden Einwegbecher, das entspricht 34 Bechern pro Kopf. Zusätzlich fallen etwa 1,3 Milliarden Einweg-Kunststoffdeckel an.

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