Verpackung der Zukunft

Der Joghurtbecher, der spricht

Von Josephine Richter · 2020

Die Industrie 4.0 ist das neue Zeitalter, auf welches Länder und ihre Wirtschaft hinarbeiten. Denn die Digitalisierung eröffnet neue Chancen – so auch für die Verpackungsindustrie. Automatisierung, Verkaufsförderung und Informationstransparenz gehen damit einher. Davon profitieren nicht nur die Unternehmen, sondern auch wir – die Konsumenten.

intelligente Verpackung
Foto: iStock/ Talaj

Die Digitalisierung breitet sich aus wie ein Lauffeuer. Rund 80 Prozent der Deutschen besaßen im Jahr 2019 ein Smartphone. Das smarte Telefon hilft längst auch im Supermarkt. Zum Beispiel lassen sich damit Barcodes auf Verpackungen scannen, sodass Konsumenten schnell und einfach Zusatzinformationen zum Produkt nachlesen können. Manchmal werden ihnen auch gleich passende Rezepte zum Produkt angezeigt – Einkaufsliste inklusive. Doch das ist erst der Anfang. Zukünftig könnte der Joghurtbecher im Kühlschrank Auskunft über die Haltbarkeit geben oder die Medikamentenverpackung erinnert den Patienten zur richtigen Uhrzeit daran, seine Medizin einzunehmen, und informiert, wenn ein neues Rezept erforderlich ist. 

Win-win für alle Beteiligten 

Laut eines Berichtes des Marktforschungsunternehmens Accuray Research LLP aus dem Jahr 2017 wird der globale Markt für intelligente Verpackungen bis zum Jahr 2025 auf rund 52 Milliarden US-Dollar anschwellen – das wäre ein Plus von 5,4 Prozent innerhalb von zehn Jahren. Von der wachsenden Branche profitieren auf der einen Seite die Konsumenten, die dank erhöhter Transparenz bequem an eine Vielzahl von Informationen gelangen. Auf der anderen Seite profitieren auch die Unternehmen. Denn die vernetzten Verpackungen ermöglichen eine Verbesserung der Qualität des Produktes sowie die Kontrolle über die Lieferkette. So kann ein Indikator, welcher in Abhängigkeit von Temperatur und Zeit seinen Farbton ändert, Auskunft darüber geben, ob die Kühlkette bei der Fleischlieferung unterbrochen wurde oder die Verpackung unterwegs geöffnet war. Außerdem registrieren die Sensoren Erschütterungen oder Drehungen der Produkte auf dem Transportweg. 

Digitalisierung ermöglicht Automatisierung 

Smarte und vernetzte Sensoren können jedoch schon weitaus früher in der Wertschöpfungskette behilflich sein, beispielsweise bei der Herstellung der modernen Verpackungen. Die Sensoren überwachen den Zustand der Produktionsmaschinen während des Betriebs und erkennen so mögliche Funktionsbeeinträchtigungen frühzeitig. Gleichzeitig können Wartungsintervalle besser eingeplant und eingehalten werden. Die erfassten Daten ermöglichen auch eine Automatisierung im Lager- und Logistikbereich. Dabei gilt vor allem die Logistik schon heute als Vorreiter auf dem Gebiet der smarten Verpackung, denn die lückenlose Nachverfolgung des Transportwegs in Echtzeit ist schon länger möglich. Daran kann in Zukunft angesetzt werden, sodass die Unternehmen weitere Automatisierungsschritte auf ihre gesamte Wertschöpfungskette übertragen.

Quellen:
Raja "Smart Packaging"
DLG "Intelligente Verpackungen im Lebensmittelsektor"
Neue Verpackung "Die vernetzte Verpackung"

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