Vielfalt des Kunststoffs

In vielen Produkten kaum zu ersetzen

Von Andrea von Gersdorff · 2020

Weil Plastik so einen schlechten Ruf hat, würde so mancher dessen Einsatz gerne stärker reduzieren. Aber das ist gar nicht so leicht. Denn Kunststoff ist sehr vielseitig, sodass er in vielen Produkten für das tägliche Leben enthalten ist. Sinnvoller ist es da, die Recyclingmöglichkeiten zu verbessern.

Plastikflasche und verschiedene Kunststoffe
Recycelter Kunststoff zur Herstellung neuer Produkte. Foto: iStock / aykuterd

Beim Stichwort Plastik, wie Kunststoff umgangssprachlich genannt wird, kommen einem in der Regel Becher, Einmal-Besteck, Wattestäbchen, Verpackungen oder Strohhalme in den Sinn. Dinge, die als Metapher für zu viel Müll dem Ruf des Produkts sehr abträglich waren und deren Produktion aus Plastik nun von der Europäischen Union teilweise verboten wurde. Auch die Tatsache, dass manche Kunststoffe wie schwarze Verpackungen von Reinigungs- und Pflegeprodukten nicht recycelbar sind, wirft vielfach die Frage auf, ob der Einsatz von Kunststoff nicht vermeidbar ist. 

Doch wenn Kunststoff von heute auf morgen aufgegeben würde, gäbe es nicht nur keine leichten und hygienischen Verpackungen für eine längere Haltbarkeit von Lebensmitteln und Kosmetikartikeln mehr, sondern auch Duschköpfe und elektrische Zahnbürsten, Laptops, Sportschuhe und Regencapes, Smartphones oder Kaffeeautomaten wären verschwunden und nicht so einfach zu ersetzen. Auch im Wohnungsbau sowie bei Transport und Verkehr würde er fehlen, bis hin zur Medizin, wo er als steriles Material beispielsweise für Infusionsflaschen unverzichtbar ist. 

Die Vielfalt des Kunststoffs ist einfach praktisch

Möglich ist die Bandbreite der Nutzung von Kunststoffen dank ihrer vielen Vorteile. Sie sind leichter als Glas, Porzellan oder Leichtmetalle und lassen sich in jede Form bringen. Sie eignen sich zur Isolierung von Elektrizität und Wärme, können schalldämmend sein und sind beständig gegen Wasser wie auch gegen viele Säuren und Laugen. Aufgrund ihrer glatten Oberfläche lassen sich Kunststoffe gut reinigen. Darüber hinaus sind sie günstig in der Herstellung. Kunststoff wird dabei grob in drei Typen unterteilt: Thermoplastische Kunststoffe zeichnen sich durch ihre flexiblen, plastischen Eigenschaften aus, wie sie etwa PET-Flaschen besitzen. Ein relativ neuer Einsatzbereich ist zudem die Verwendung bei 3D-Druckern. Duroplaste hingegen sind fest, lassen sich nicht mehr verformen und können auch brechen. Ihr Einsatz reicht von Topfgriffen bis zu Karosserieteilen. Elastomere sind so etwas wie ein Mittelding. Wird Druck oder Zug ausgeübt, dehnt sich das Material und zeigt große Festigkeit, lässt der Druck nach, kehrt das Material in den ursprünglichen Zustand zurück. Ohne es gäbe es keine Luftmatratzen, Bälle oder Autodichtungen. 

Problem: Recycling

Nur Thermoplaste lassen sich wiederverwerten, wobei dies durch den Einsatz von Additiven wie Weichmachern, Farbmitteln oder Beschichtungen oder durch die Verbindung verschiedener Kunststoffe nicht immer möglich ist. Um die Produkte nach Gebrauch recyceln zu können, muss Kunststoff sortenrein ohne Additive produziert werden. Nur so lässt sich eine möglichst hohe Wiederverwertungsquote bei gleichzeitig geringerer Gesundheitsgefährdung erreichen. Solche sortenreinen Kunststoffe existieren bereits. Ein anderer Lösungsweg wäre die Etablierung des chemischen oder rohstofflichen Recyclings, das Kunststoffe in ihre chemischen Grundbausteine umwandelt, sodass sie nach der Aufbereitung erneut zur Kunststoffherstellung verwendet werden können.

Quellen:
WLW "Zukunftsfähig mit Hochleistungskunststoffen"
plastikalternative.de "Plastik Vorteile im Überblick"
Netzkonstrukteur "Kunststoffe – Einteilung in vier verschiedene Arten"
EU Recycling "Chemisches Recycling"

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